Diese Geschichte ist ab 2005 am Drachentaler Wettbewerb leider nicht mehr teilnahmeberechtigt,
da sie in den vorherigen Jahren zu wenig Punkte erhalten hat.
 
Schattendrache von The Lord of Darkness

Es war dunkel. Das einzige Geräusch war das Rauschen der Schwingen des Drachens. Elegant, wie ein Fisch durchs Wasser, glitt er durch die Luft, auf der Suche nach Futter. Er war der letzte. Der letzte seiner Art. Alle anderen Schattendrachen wurden bereits von den Rittern des Lichts gefangen und getötet.
Aber ihn hatten sie nicht erwischt. Ihn, Ix´totél. Seine grauen Schuppen schimmerten im Mondlicht und da sah er sie. Am Horizont ein goldener Schimmer. Der Schimmer der goldenen Rüstungen der Streiter des Lichts. Doch noch schienen sie ihn nicht bemerkt zu haben. Kein Wunder. Es war ja Nacht. Und die dunklen Schuppen des mächtigen Drachens waren schwer auf dem Himmel zu erkennen.
Also landete er auf einer Lichtung und beschloss, erst morgen Abend weiterzufliegen. Denn würde er tagsüber fliegen, hätten die Ritter und Magier ihn schnell aufgespürt und mit ihrer Magie und ihren Waffen getötet. Und so schlief er ein.
Doch mitten in der Nacht wurde er wach. Geweckt vom Klirren von Rüstungen. Als er aufblickte sah er eine einzige goldene Gestalt die sich ihm näherte. Schien ihn selbst aus nächster Nähe noch nicht gesehen zu haben. Als die Gestalt, ein Magier, seiner Robe nach zu schließen, vom Magierclan der Tz´nokteál, ihn sah, riss sie sofort ein kleines Zauberspruchbuch heraus und begann darin zu blättern. Doch der Magier brauchte zu lange. Schon hatte sich der Drache aufgerappelt hob seine Klauen zum tödlichen Schlag. Doch dann. Ein gleißender Lichtblitz schoss aus dem Dickicht und traf den Arm des Drachens. Ein weiterer Magier! Doch mit seiner anderen klauenbewehrten Hand schlug er nach dem verängstigen Magier, der noch immer wild in seinem Buch blätterte, und tötete ihn sofort. Es schien, als hätten die restlichen goldenen Ritter des Lichts den Aufruhr bemerkt. Denn als der Drache aus dem Wald blickte, sah er dutzende Gestalten aus dem Dunklen auf ihn zukommen. Er hatte keine Chance. Würde er hier bleiben wäre er erledigt. So erhob er sich denn in die Lüfte, wobei seine eine vom Blitz getroffene, Klaue bewegungslos an seiner Seite herunterhing. Schattendrachenblut tropfte auf den Boden. Und überall wo es auf den Boden getropft war, entstanden kleine rauchende Krater. Doch seine Wunde kümmerte Ix´totél nicht. Er schlug so kräftig mit seinen Flügeln, dass ein Wind entstand, der seine Angreifer zu Boden gehen liess. So schnell er konnte entfernte er sich von seinen Angreifern. Doch schon hatten sie sich wieder aufgerappelt. Gerade noch konnte er einem Feuerball ausweichen. Dann noch einem. Dutzende Feuerbälle und Blitze schossen hinter dem Drachen her und verbrannten die Luft. Und immer konnte er gerade noch zur Seite abdrehen und ausweichen. Doch dann hörte er ein Heulen hinter sich. Als er seinen mächtigen Schädel nach hinten drehte, erblickte er etwas. Etwas, was er noch nie zuvor in seinem schon über dreihundert Jahre langem Drachenleben gesehen hatte. Es war wie ein Strahl. Hell wie die Sonne aber von einem Odem des Bösen umhüllt. Der Strahl schlängelte sich quer durch die Luft. Aber er kam unaufhaltsam näher. Jede Flugrichtungsänderung, die der Drache vornahm, übernahm auch der Strahl. Schon war er nur noch hundert Meter von dem Drachen entfernt. Dann noch neunzig Meter. Achtzig. Schließlich nur noch fünfzig. Dann fiel dem Drachen etwas ein. Das musste der Fluch des Versengens sein! Überlieferungen zu folge beherrschten nur sehr wenige Magier den Fluch. Und er war immer tödlich. Wer diesen Fluch sprach war sicher, dass er sein Opfer töten würde, und es gab keinen Bannzauber, mit dem man ihn hätte abwehren können. Und dann traf er. Er traf den Drachen genau in die Mitte des Rückens zwischen die Flügel. Die Schuppen des Drachens begannen sich unbeschreiblich schell abzukühlen. Doch in seinem Innern spürte der Drache ungeheure Hitze. Ja eine Hitze wie sie nur aus der Hölle kommen konnte. Von unglaublichen Schmerzen geplagt, verlor der Drache immer mehr an Höhe. Und schon bald war er wieder so tief, dass er seine Widersacher auf dem weiten Feld hinter dem Wald genau erkennen konnte. Und schon begannen sie auch wieder mit Feuerbällen auf ihn zu schießen. Einem konnte er ausweichen, dann noch einem, dann verließen ihn die Kräfte. Wie ein Stein stürzte er jetzt vom Himmel herab. Das letzte, das er sah, war der verschwommene Boden der unaufhaltsam auf ihn zuraste. Dann schlug er auf. Und nach diesem Tag gab es keinen einzigen, der von Natur aus böse gesinnten, Schattendrachen mehr...
 
© The Lord of Darkness
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