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Dieses Gedicht wurde von den Drachental-Besuchern
zum besten Fantasy-Gedicht 2005 im Drachental gewählt!

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Die Geschichte von den Drachensternen von Barbara Schinko

(Erstveröffentlichung im Drachental: 2002)

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Ist sie nicht still und klar, die Nacht?
Mein Kind ... auch du bist aufgewacht.
Folg' meinem Blick, und in der Ferne
erkennst du dann die Drachensterne.

Du fragst, was Drachensterne sind?
Das ist eine lange Geschichte, mein Kind.
Komm', setz' dich ans Feuer, dicht neben mir
und wenn du willst, dann erzähle ich dir

von uralten Zeiten, die längst schon verflogen
von Helden und Weisen, die längst fortgezogen
und von einer ungeheuren Gewalt ...
Komm' näher, mein Kind. Die Nacht ist sehr kalt.

Damals, aus Gründen, die nie offenbar
gerieten wir Menschen in große Gefahr.
Noch heute erzählt man sich viele Geschichten
von dem Dunkel, das kam, um uns zu vernichten.

Es schien uns, als würd' sich die Erde erheben
um auszulöschen das menschliche Leben.
Es gab Stürme und Feuer, und wirbelnde Wellen
ließen unzählige Schiffe zerschellen.

Die Weisen, sie trafen sich und hielten Rat
doch wussten auch sie keine tapfere Tat
geeignet, um die Vernichtung zu enden,
den Sieg der Dunkelheit abzuwenden.

Ihr Ältester ergriff schließlich das Wort
und sagte: "Es gibt einen magischen Ort
an dem, wie man sagt, seit unzähl'gen Äonen
die letzten der mächtigen Drachen wohnen.

Denn Drachen sind uralt, viel älter als wir
und herrschten einst lang vor der Menschheit hier
bis sie eines Tages plötzlich verschwanden
und für sich eine neue Heimat fanden.

Nun wachen und warten sie Tag um Tag
darauf, was die Zukunft der Welt bringen mag.
Der Ort, den sie wählten, liegt weit in der Ferne
wir nennen ihn die Drachensterne."

Die Weisen beschlossen nun: "Tapfere Helden
sollen sich ohne Verzug bei uns melden
um sich auf die lange Reise zu machen
hoch in den Norden, zum Reich der Drachen."

Es meldeten sich viele tapfere Krieger
ein jeder in unzähl'gen Kämpfen der Sieger
gemeinsam wagten sie ihr Leben
um der Menschheit noch einmal Hoffnung zu geben.

Die Reise war lang und voller Gefahren
doch zeigte sich, dass sie Helden waren
sie schlugen sich durch bis an jenen Ort
erreichten schließlich den Drachenhort

und baten die Drachen um Beistand und Rat
um Hilfe und Rettung in Wort oder Tat.
Sie sagten: "Ihr Drachen, es ist uns bekannt
dass ihr überließet den Menschen das Land

doch droht uns nun eine gewalt’ge Gefahr.
Euch Drachen ist viel Weisheit offenbar.
Wir bitten euch darum mit all uns’rer Macht:
Schützt uns vor dem Unheil, der ewigen Nacht."

Da hielten sie Rat, all die uralten Drachen.
"Wir werden mit euch auf den Weg uns machen"
verkündeten sie, als das Urteil vollbracht,
"um zu retten die Menschheit vor ewiger Nacht."

So standen die Drachen der Menschheit bei 
mit uraltem Wissen und auch Zauberei
die Dunkelheit floh, geschlagen, vom Feld
sie aber verließen erneut diese Welt.

Das alles ist, Kind, schon vor Jahren geschehen
doch kannst du auch heute die Sterne sehen
und weißt, dass wir die, die am hellsten brennen
noch immer Drachensterne nennen.
 

© Barbara Schinko
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