X-Mas Dragon Flight von Tobias Wagner
Kapitel 11
Valhalla

Die Sterne leuchteten jetzt klarer, als Tim es jemals gesehen hatte. Immer höher stieg der Drache, während Tim nach unten sah und von seiner vertrauten Heimat kaum noch etwas erkennen konnte. Weit am Horizont, der sich schon bogenförmig krümmte, erkannte er das Mittelmeer. Tim griff unter seinen Pullover und holte die Kette mit dem Keltenkreuzanhänger hervor.
Dann erkannte er, dass eine fast durchsichtige Hülle den Drachen und ihn zu umgeben schien. Als Tim sie berührte, warf sie Wellen, wie ein Teich, in den man einen Stein wirft. Es fühlte sich an wie Silikon und kribbelte ihn im Finger.
Wie hoch sie schon flogen, konnte er nur schätzen, aber es musste an der Grenze zum Weltraum sein. Jetzt holte Tim die Pille aus seiner Tasche und betrachtete sie noch mal kurz. Sie schimmerte grünblau.
Tim schluckte sie herunter, wie es ihm die Elfe gesagt hatte.

Obwohl Drakota seine Flügel kaum noch bewegte, wurden sie immer schneller.
Wie geht es dir, Kleiner? fragte Drakota.
"Fantastisch!" rief Tim. "Die Aussicht ist unglaublich!"
Schön, dass es dir gefällt. Wir sind gleich im All!
Wie in einem Traum kam es Tim vor, doch diesmal war es keiner!
Ein wenig schade, dass ich niemandem davon erzählen kann, dachte er sich. Unten werden sie wohl immer noch feiern. Hm... ab wann sie mich wohl vermissen?
Doch so schnell wie der Gedanke gekommen war, so schnell verflog er wieder. Diese Dinge brauchten ihn ab jetzt nicht mehr zu kümmern!
Tim spürte, dass Drakota voller magischer Kraft steckte. Immer schneller flogen sie ins All hinein. Wie schnell, konnte Tim jetzt nicht mehr abschätzen. Es gab in unmittelbarer Nähe keine Orientierungspunkte mehr. So hell wie jetzt, hatte er die Sterne noch nie leuchten sehen.
Während er den blauen Planeten betrachtete, der immer kleiner zu werden schien, überkam ihn plötzlich eine unglaubliche Müdigkeit. Tim wusste nicht, ob es an der Schwerelosigkeit lag, die seinem Magen überraschenderweise nicht zu schaffen machte.
"Drakota, bist du überhaupt nicht müde?" fragte Tim, der kaum noch seine Augen offen halten konnte.
Kein bisschen! Ich öffne bald das Portal, Kleiner. Wenn du müde bist, schlaf jetzt! Die Reise wird eine Weile dauern.
Tim hatte tatsächlich ein unglaublich starkes Bedürfnis, zu schlafen.
Das muss an der Pille liegen! dachte er sich, während ihm die Augen zufielen. Er glitt in einen weichen Traum, ohne Gefühl zwischen Raum und Zeit. Noch nie im Leben hatte er sich so glücklich und geborgen gefühlt.
Ach, wenn doch diese Reise nie enden würde!
 

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Hiermit ist diese Geschichte - vorerst? - beendet.

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