Das Drachentor von Florian Großmann
11. Kapitel - von Florian Großmann

"Bringt sie in eins der Gastgemächer, ein Heiler soll sich um sie kümmern  und der Drache soll auch sofort versorgt werden."
Kajlo war besorgt, die beiden sahen ziemlich mitgenommen aus. Unschlüssig hielt er das Buch in der Hand. Mit einem kurzen Blick nach oben, verließ er den Übungsplatz und machte sich auf in seine Räumlichkeiten.
Yaa folgte dem Heiler ins Gastgemach und begutachtete die Fremde neugierig. Er hatte sie noch nie gesehen und das bedeutete, dass sie von weit her kommen musste, denn Yaa kannte eigentlich alle Drachenreiter aus dieser Region, schließlich wurden die meisten hier ausgebildet. Das machte ihm jetzt schon etwas Sorgen, ein Drachenreiter aus einer anderen Region, der bis hierhin kommt? Er musste unbedingt mit Kajlo darüber reden.

Mein Freund, anscheinend scheint dich dieses Buch doch irgendwie erreicht zu haben. Gut. Ich habe schreckliche Nachrichten. Die Dunklen sind gesichtet worden, sie werden wohl in zwei Tagen hier sein.
Es ist soweit, wir können es mit bloßen Augen sehen, wie sich am Tage der Horizont verdunkelt und eine Kampfplattform wie ich sie noch nie gesehen habe, es macht mir Angst.
Da du dieses Buch jetzt liest werden wir wohl verloren haben, es tut mir leid. Bereite dich gut vor, schone die Kampfdrachen und die Reiter. Wir waren schwach, doch ich glaube, ihr könntet sie aufhalten. Pass gut auf Jim auf und gib ihm endlich das Amulett des Schicksals, die Zeit ist reif, dass er mit uns in den Kampf zieht, um uns zu rett...

So schnell er konnte, rannte Kajlo aus seinem Gemach, rannte Yaa über den Haufen, der gerade zu ihm wollte und blieb erst wieder vor Feriandor stehen.
Beende den Kampf der Drachen. Sofort. Es gibt Probleme.

Nach dem Kampf:

Kajlo läutete die Glocke, ein Zeichen, dass sich alle versammeln sollten. Die Drachen, die gerade noch gekämpft hatten, landeten sanft auf dem Platz und machten es sich einigermaßen gemütlich. Aus allen Ecken des Horsts kamen die Leute herbei, es war eine ziemlich energiegeladene Spannung und alle unterhielten sich gedämpft. Warum war der Kampf abgebrochen worden?
"Ruhe!"
Kajlos Stimme bebte.
Mit einem Male war nichts mehr zu hören, man hätte fast meinen können, dass die Leute aufgehört hätten zu atmen.
"Ich habe gerade die Nachricht erhalten, dass unser Grenzposten von den Dunklen geschlagen worden ist und dass sie hierher unterwegs sind."
Die Versammelten rumorten.
"Ruhe!!"
Nur langsam kehrte wieder Stillte ein.
"Wir müssen jetzt einen ruhigen Kopf bewahren. Ich weiß leider nicht, wie viel Zeit uns noch bleibt, deshalb schlage ich vor, unsere Kampfplattform umgehend in die Luft zu erheben. Yaa wird sich darum kümmern. Die anderen bitte ich auf Alarmbereitschaft zu gehen, das heisst: Jeder wird ab jetzt seine Waffen immer bei sich tragen, ihr werdet euch nie zu weit von euren Drachen entfernen und schont eure Kräfte. An die Drachen: Regeneriert euch solange ihr noch die Möglichkeit habt. Draew, du machst den Kundschafter, sobald du irgendwas verdächtiges siehst, kehre sofort zurück!
So, und nun macht euch bereit, es geht aufwärts."
Die Gruppe löste sich auf, jeder machte sich nun auf seine Art und Weise bereit.
Yaa hatte verstanden. Schnell wie der Wind lief er zur einzigen Tür des Horstes, die verschlossen war. Er nahm den Schlüssel, den er als Anhänger umhatte, und öffnete das ganz spezielle Schloss, geschmiedet aus Zwergenstahl. Yaa zog die Tür auf, dahinter befand sich nur Schwärze.
"Fumare!"
Auf einmal wich die Dunkelheit und ein sanftes Licht, das von Yaa ausging, erhellte die Umgebung, eine Wendeltreppe fing direkt vor seinen Füßen an mörderisch steil hinab zu gehen, doch das schien Yaa nicht zu stören. So schnell er konnte, ohne sich den Hals zu brechen, sprang er die Treppe regelrecht hinab. Kurze Zeit später war er unten angelangt und stand vor einer massiven Eisentür ohne Schloss und ohne Klinke.
Halluzination, war eine tolle Idee von Treverios; nur wer wusste, dass dort keine Tür war, konnte durch, und so schritt Yaa einfach in den nächsten Raum, mitten durch die Tür. Er passierte noch ein par Gänge, dann war er am Ziel. Er war in einem Raum voller Knöpfe und Hebel angelangt, außerdem war ein Panoramafenster zu sehen, doch dahinter war Erde.
Yaa zog an zwei Hebeln und drückte den größten Knopf von allen.

Unter Jims Füßen begann die Erde zu beben. Erschrocken machte er einen Ausfallschritt, um nicht zu stürzen. Was geht denn jetzt ab? Er war eigentlich immer noch viel zu fertig vom Test, um einen klaren Gedanken zu fassen, trotzdem schaute er einmal in die Runde, um zu sehen, ob die anderen das Beben auch gespürt hatten, doch die anderen machten nicht gerade einen erschrockenen Eindruck. Aber komischerweise hielt sich jeder irgendwo fest. Aus reiner Vorsicht suchte sich auch Jim etwas stabiles an dem er sich festhielt.
Keine Sekunde zu früh.
Die Erde bebte wieder, doch dieses Mal bebte sie nicht nur stärker, sondern sie bewegte sich auch!
Was Jim nicht sah war, dass rund um den Horst und seinen Vorplätzen und Übungsplätzen die Erde riss und tiefe Spalten entstanden.
Der ganze Horst erhob sich in die Luft.
"Was ist denn jetzt los??"
Jim schrie, denn auf einmal war neben dem Beben auch ein solcher Lärm, dass er sich fast selbst nicht verstand.
Unsere Kampfplattform wird vorbereitet, deshalb ist es auch gerade so laut, wir heben ab.
Irgendein Drache hatte telepathisch Kontakt zu Jim aufgenommen. Der sah nun entsetzt, dass es stimmte:
Der ganze Horst war auf einer Kampfplattform!
Nachdem sich die Plattform komplett von der Erde gelöst hatte, hörte es schlagartig auf zu beben und die Geräuschkulisse nahm deutlich ab. Alle Personen in Jims Blickfeld ließen ihre Haltegelegenheit los und gingen ihrer Wege.
Jim stand auf einmal alleine auf dem riesigen Übungsplatz.
In der Ferne sah er wie sich einer der Drachen wieder erhob und der Sonne entgegen flog.
 

Anfangs-Story und 11. Kapitel: © Florian Großmann
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Und schon geht's weiter zum 12. Kapitel...

An dieser Geschichte darf jeder, der möchte, mitschreiben!
Genauere Infos dazu stehen am Ende des neuesten Kapitels.

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