Das Drachentor von Florian Großmann
12. Kapitel - von Florian Großmann

Nachdem Jim sich einigermaßen wieder beruhigt hatte, begann er durch den Horst zu spazieren. Überall sah er Kämpfer eilig hin und her laufen, jeder trug seine komplette Ausrüstung. Meistens waren dies die Rüstung aus Drachenhaut, widerstandfähig wie sonst nichts, ein Helm aus Zwergenstahl, ein Ledertäschchen mit Heilpulver für die kleineren Verletzungen und ein Schwert oder ein Magiestab, je nach Ausbildung der Kämpfer.
Die Drachen jedoch schienen alle zu schlafen. Jim trottete weiter. Wo waren eigentlich Yaa und Kajlo. Er entschloss sich sie zu suchen. Zuerst schaute er in ihren Gemächern vorbei, dort fand er jedoch niemanden. Auch auf keinen der Plätze konnte er die beiden finden.
Dann kam ihm der Gedanke mal jemanden zu frage. Er wurde hin und her geschickt und stand auf einmal vor einer offenstehenden Tür, allerdings war dahinter nichts zu erkennen.
"Fumare"
Nachdem er Licht gemacht hatte, war er froh, dass er nicht weitergegangen war, denn vor ihm lag die steilste Wendeltreppe, die er jemals gesehen hat. So vorsichtig wie möglich stieg er hinab. Es dauerte fast zwei Minuten, bis er unten angekommen war.
Vorsichtig ging er weiter und blieb abrupt stehen als eine massive Tür vor ihm erschien, dahinter waren gedämpft Stimmen zu hören. Jim wollte die Tür öffnen, doch als er nach der Klinke greifen wollte, fasste seine Hand ins Leere. Verdutz schaute sich Jim die Tür noch mal genauer an. Eine Tür ohne Klinke und ohne Schlüsselloch? Vielleicht ließ sie sich einfach aufschieben. Mit aller Kraft drückte sich Jim gegen die verflixte Tür, doch nichts geschah.
"Hallo ist da jemand? Meister Trickpa? Yaa?"
Keine Rektion. Jim wurde etwas lauter und die beiden Stimmen verstummten. Jim hörte Schritte, die auf ihn zukamen, und auf einmal erschien Kajlo Trickpa in der Tür, im wahrsten Sinne des Wortes. Entsetzt wich Jim schnell zwei Schritte zurück, stolperte über die erste Treppenstufe und fiel hin.
"Oh, entschuldige Jim, ich wollte dich nicht erschrecken. Steh auf und dann folge mir bitte und denk einfach, dass diese Tür nur in deinem Kopf existiert."
Eine Tür, die nur in seinen Gedanken existierte? Jim hatte sich an einem Gedanken abgerackert? Er erhob, näherte sich der Tür langsam, streckte seinen Arm aus und berührte mit der Hand kaltes Eisen.
"Nein, Jim, nicht dran denken."
Jim schloss die Augen und ging einfach geradeaus. Ein Schritt, noch einer und noch einer. Als er die Augen wieder öffnete war die Tür hinter ihm.
"Falls mal jemand bis hierhin kommen sollte, der nicht hier hingehört, wird er von dieser Tür zu genüge aufgehalten."
"Habt ihr sie schon mal gebraucht, Herr Trickpa?"
"Ja, aber ich möchte nicht darüber sprechen. Und nun folge mir bitte."
Jim folgte Kajlo durch ein Labyrinth von Gängen, bis dieser an einer Tür stehen blieb und anklopfte. Niemand anderes als Yaa öffnete und Kajlo und Jim traten in den großen Raum ein.
Jim war überwältigt, so was hatte er noch nie gesehen, vor ihm erstreckte sich ein kreisrunder Raum voller Hebel und Knöpfe und einem überdimensionalen Steuerrad. Aber das gigantischste an dem Raum war das riesige 180° runde Panoramafenster. Der Raum war so groß, dass er noch eine Etage hatte. Und überall wuselten Personen, drückten Knöpfe, benutzten Hebel oder unterhielten sich.
"Jim, ich präsentiere: die Kommandozentrale unserer Kampfplattform, von hier wird alles gesteuert." Yaa hatte gesprochen, doch so wirklich bekam Jim das noch nicht mit, er war noch zu beschäftig, die ganzen Eindrücke zu sammeln.
"Und, überrascht, Jim?"
Diesesmal sprach Kajlo und Jim reagierte auch.
"Ich weiß nicht, was ich sagen soll... wie fliegt das Ding?" 
Das war das erste Sinnvolle was Jim einfiel.
"Pure gespeicherte Magie, den größten Teil hat Treverios bewerkstelligt."
"Aber warum bewegen wir uns nicht? Wenn das doch eine Kampfplattform ist, sollte sie sich doch auch fortbewegen."
"Das stimmt. Aber du musst bedenken, dass sie sehr lange nicht mehr benutzt worden ist und deshalb werden jetzt erst mal die nötigsten Reparaturen durchgeführt. Das wird noch bis in den Abend hinein dauern, ich schlage vor, du gehst zurück in dein Gemach und ruhst dich aus, der morgige Tag könnte anstrengend werden, ich muss dir noch eine ganze Menge erklären."
"Kann ich nicht hier bleiben, ich werde auch bestimmt nicht stören."
"Nein, Jim, tut mir leid, aber du wirst schon noch oft genug hierher kommen. Versprochen. Yaa, nimm den Jungen und gehe mit ihm wieder hoch und schau, ob alle Vorbereitungen getroffen sind."
"In Ordnung, komm, Jim, lass uns gehen, du musst dich jetzt erst mal vom Test erholen."
Und so stiegen Yaa und Jim wieder hinauf zum Horst.
 
Anfangs-Story und 12. Kapitel: © Florian Großmann
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Und schon geht's weiter zum 13. Kapitel...

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