Lonely Fire - die einsame Flamme des Friedens von Pascal32
Teil 1: Drakkon, Insel der Hoffnung
Kapitel 4 (2): Gespensterhochland (2)

4.3 Terror im Geisterwald (Teil 1)

Nach einem langen Flug geht Takex auf einem kleinen Berg vor einem nebelverhangenen Tal runter. Die anderen Drei folgen ihm. Sie sind da! Dieser Wald ist unheimlich, weshalb er auch "Geisterwald" genannt wird. Selbst die Drachen haben Respekt vor diesem Gehölz. Der Sage nach verschwindet man dort auf ewig.
Es hilft aber nichts! Felei lebt in diesen Wald. FALLS er noch lebt. Nun endet Takex's Wissen. Felei zu finden ist nun Detektivarbeit. Aber der Wald ist nicht gerade klein. Vorsay schluckt kurz, dann geht er, über den einzigen Pfad, voran in den Wald runter. Karel folgt ihm, aber sie hat auch ein ungutes Gefühl. Takex sorgt dafür, dass Reykahn VOR ihm bleibt.

In dem Wald unten ist es kalt und sehr feucht. Zudem sorgt der Nebel für eine extrem kurze Sicht. Willkürlich wählt Vorsay eine Richtung und die anderen folgen ihm. Jede Richtung ist so gut, wie alle anderen, wenn man nicht weiß, wo man ist, und wohin man muss.
Ein unheimlicher Wind pfeift durch die kahlen Stämme der Bäume. Absolut kein Laut ist zu hören. Kein Vogelzwitschern, kein Bachrauschen, kein gar nichts. Nur dieses Pfeifen und Wehen des Windes.
Als Vorsay aus versehen einen dünnen Ast von einem Baum abbricht, hallt das Knacken lange in dem Wald, und lässt die Vier erschrecken.
Merkwürdig! Obwohl sie stundenlang in eine Richtung laufen, scheint der Wald endlos zu sein. Von oben sah er zwar groß aus, aber sie hätten schon längst auf die Felswand treffen müssen, die den Wald umgibt. Als Vorsay dies auffällt, stoppt er. Irgendwas stimmt hier nicht! Ob die Sage wahr ist? Diese Erkenntnis wäre sowieso zu spät! Die drei Erwachsenen beraten sich. Aber Reykahn, der so in Ungnade bei den Drei gefallen ist, entdeckt etwas. Laut ruft er zu den Dreien: "Hey, steht mal! Dieser Ast! Den habt doch Ihr, König Vorsay, abgebrochen!"
Sofort geht dieser zu der Stelle, wo Reykahn hindeutet. Er hat recht! Es ist derselbe! Sie laufen im Kreis! Es muss aber ein komischer "Kreis" sein! Vorsay hebt den Zweig auf und denkt nach. Karel spricht zu Vorsay: "Ich finde, wir sollten zunächst wieder zusehen, dass wir hier verschwinden!"
Vorsay antwortet grübelnd: "Hm! Da magst du recht haben!"
Die Vier starten durch das Tannendach der Bäume, in den nebeligen Himmel. Aber auch das scheint ins nichts zu führen. Egal wie hoch sie steigen, sie kommen nicht aus dem Nebel raus. Im Gegenteil: Der Nebel wird immer dichter. Bald können sie einander kaum noch erkennen. Vorsay gibt den Befehl wieder zu landen. Zumindest das klappt noch. Langsam breitet sich Panik aus. Sie sind gefangen. Die Legende gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für alle anderen Lebwesen, wie auch Drachen.
Es bleibt den Vier nichts anderes übrig als weiter zu laufen, in der Hoffnung auf etwas zu stoßen, was der Schlüssel zu diesem Rätsel sein könnte. Diese lange Lauferei ermüdet sehr stark. Aber egal welche Richtung, immer dasselbe: Nebel, Bäume, kein Ziel.

Fix und fertig müssen sie erneut eine Pause einlegen. Reykahn sagt leise: "Mir ist da was aufgefallen: DIESMAL sind wir nicht an dieser Stelle mit dem Ast vorbeigekommen! Bei all' den anderen Richtungen kamen wir an allen diesen Dinge vorbei: Der Ast, dann gab es da einen Baumstumpf, der immer wieder an derselben Stelle vermoost war, und noch einen Felsen, der gegen einen Baum lehnt."
Karel spricht müde und sauer zu Reykahn: "Und was, du Schlaumeier, bringt uns das?"
Takex erwidert: "Nein, wartet! Reykahn hat vielleicht die Lösung! Dieser Zauber des Waldes funktioniert nach diesem Schema: Wir müssen nur in diese Richtung laufen, dann kommen wir raus!"
Vorsay schüttelt den Kopf und entgegnet: "Nein, tun wir nicht! Wie Reykahn, habe ich auch unsere Umgebung beobachtet. Gut, er hat recht, aber auch in dieser Richtung, sind wir dutzendmal an den gleichen Orten vorbei gekommen!"
Karel versucht weiterhin nach aussen die Fassung zu wahren und sagt ganz neutral: "Ich schlage vor, dass wir erstmal rasten. Es hat keinen Sinn unsere Kraft zu vergeuden."
Vorsay stimmt erschöpft zu. Die vier Drachen legen sich in die kalte, feuchte Erde. Dabei sind sie so erschöpft, dass alle sofort einschlafen.

Lange Zeit verstreicht. Vorsay reisst es hoch. Es ist dunkel geworden. Man kann absolut nichts sehen. Vorsay fürchtet sich etwas, wacht aber über seine Kameraden. Das Pfeifen des Windes wird zu einem Heulen. Das macht diesen Wald noch unheimlicher. Vorsay's Herz rast vor Angst. Immer wieder schaut er sich reflexartig um, weil er das Gefühl hat beobachtet oder gar berührt zu werden. Aber die Vier sind allein.
In der Nacht ist es noch kälter. Vorsay sammelt einige Äste und Zweige, legt sie auf einen Haufen und entzündet sie mit seinem Feuer. Damit ist zumindest die Kälte und Dunkelheit etwas reduziert. Aber das Feuer verliert bald an Kraft, weil der Nebel das Feuer erstickt.
Als Vorsay ratlos in die schwindende Flamme starrt, wird er erneut auf ein Geräusch aufmerksam. Es klang wie ein knacksender Ast und das sehr nahe. Gerade als das Feuer erlischt, erkennt der Drachenkönig im Nebel eine Gestalt. Sie steht in einiger Distanz zu der Gruppe. Den Umrissen zufolge ist es ein Mensch. Vorsay richtet sich auf und ruft zu der Gestalt: "Hallo? I...Ist da jemand?"
Vorsay's Rufen hallt in dem Wald noch nach, aber es kommt keine Antwort. Vorsay ruft weiter, jetzt aber bestimmter und wütender: "Wenn da jemand ist, soll er sich zu erkennen geben! ANTWORTET MIR!"
Immer noch keine Antwort. Von Vorsay's Rufen wird Karel geweckt. Verschlafen hebt sie ihren Kopf und fragt leise: "Was ist los, mein König?"
Vorsay schnaubt kurz und antwortet zu Karel, ohne aber den Kopf zu wenden: "Siehst du auch diese Gestalt dort im Nebel?"
Karel steht auf und starrt in den Nebel. Auch sie sieht diese schemenhafte, dunkle Gestalt. Karel tritt an Vorsay vorbei und sagt im Gehen: "Bleibt hier, mein König! Ich werde mich diesem 'Zuschauer' annehmen!"
Karel zieht das gesamte "böse-Drachen-Programm" ab. Sprich: Lautes und aggressives Warn-Fauchen. Nachdem auch das die "Zielperson" nicht verschreckt, stürmt sie auf diese Gestalt zu. Mit der Absicht diese "Person" mit dem Kopf wegzurammen, rennt die junge Trielm-Drächin mit gesenkten Kopf auf das Ziel zu.

4.4 Terror im Geisterwald (Teil 2)

Doch dann kommt es anders! Karel donnert zwar gegen das "Ziel", doch es entpuppt sich als ein Stein, der im Nebel nur die Form eines menschlichen Wanderers hat. Diese ganze Aktion hat nun für Karel die Folge, dass sie mit enormen Kopfschmerzen am Boden liegt. Vorsay hat das unsicher beobachtet. Als eben Karel vor der Gestalt auf dem Boden liegt, rennt der Drachenkönig auf seine Vertraute zu. Vorsay fragt Karel sorgenvoll: "Ist mit dir alles in Ordnung?"
Karel stöhnt, während sie sich den Kopf reibt: "Ja, ja! Da hat mir meine Fantasie wohl einen Streich gespielt...!"
Vorsay seufzt: "Nicht nur dir, Karel!"

Als Vorsay wieder zurück zu Takex und Reykahn will, entdeckt er etwas, was hinter dem Felsen zu liegen scheint. Neugierig geht der Drache um den Stein. Tatsächlich: Da ist jemand! An den Stein gelehnt scheint da ein menschlicher Wanderer zu schlafen. Aber man kann es eben nicht bestimmt sagen, weil eben sein Umhang auch Arme und Beine verdeckt. Zudem verhüllt eine Kaputze das Gesicht des Wanderers. Karel tritt neugierig von der anderen Seite an dem Felsen vorbei und ist überrascht, dass da noch jemand ist. Vorsay stört sich etwas an der Tatsache, dass er Typ so ruhig schlafen kann, obwohl Karel gerade gegen den Felsen gekracht ist.
Vorsichtig streckt Vorsay seine rechte Vorderklaue aus. Karel flüstert zu Vorsay: "Das halte ich für keine gute Idee, mein König! Wir wissen nicht, wie gefährlich der Mensch ist!"
Vorsay missachtet schlicht die Warnung und berührt sanft den Mann an der rechten Schulter. Vorsay flüstert zu ihm: "Ähm... Ver...verzeiht...! Hallo?"
Dann der Schock! Die gesamte Gestalt fällt in sich zusammen. Man erkennt nun, dass es ein Skelett war. Der Mann starb schon vor einiger Zeit. Unter den entsetzen Blicken der beiden Drachen rollt der Schädel noch einen Meter. Vorsay verharrt immer noch in der Stellung mit der ausgestreckten Klaue und starrt fassungslos zu dem Skelett. Auch Karel scheint davon völlig überraschend erwischt worden zu sein, dabei wäre sie die Letzte, die Angst vor einem toten Menschen hätte, im Gegenteil!
Vorsay spricht leise: "Dieser Mensch scheint sich auch hier verlaufen zu haben. Und das schon vor einiger Zeit!"
Karel antwortet darauf: "Und wir sehen, was aus ihm geworden ist! So ein jämmerlicher Narr!"
Damit wendet sich Karel ab und geht zurück zu den anderen beiden schlafenden Drachen. Vorsay ist etwas erschüttert von Karel's Kaltschnäuzigkeit. Leise spricht Vorsay zu den sterblichen Überresten des Mannes: "Ruhe in Frieden, mein Freund!"
Damit wendet sich auch Vorsay ab und geht zurück. Wieder bei der Gruppe, wendet sich Karel nochmal Vorsay zu und sagt: "Legt Euch ruhig schlafen, mein König! Ich werde ab jetzt Wache halten!"
Wortlos nickt Vorsay und legt sich hinter Karel hin. Aufmerksam wacht die junge Drächin über die Gruppe. Vorsay schläft aber noch nicht. Er denkt nach. Er will dieses Rätsel lösen! Schließlich möchte er seinen drei Begleitern und natürlich sich selbst das Schicksal ersparen, was diesen armen Wanderer ereilt hat. Mit Sicherheit ist der Mann langsam verhungert und eines Tages einfach nicht mehr aufgewacht. Während dieser Überlegungen schweift Vorsay's Blick zu Takex und seinem Enkel. Liebevoll liegen sie beinander. Takex hat schützend seinen linken Flügel über Reykahn ausgebreitet. Vorsay denkt sich: "Armer Reykahn! Es ist einfach nicht mehr die Zeit, wo junge Drachen sorgenfrei aufwachsen durften. Was würde ich nicht dafür geben, um ihm und seiner Generation eine glückliche Zukunft zu ermöglichen."
Plötzlich unterbricht Karel, ungewollt, die Gedankenausschweifungen von Vorsay, weil sie das Feuer, was Vorsay vorhin entzündet hat, mit einem Feuerstrahl wieder neu angeheitzt hat. Mit einem letzten sorgenvollen Blick schließt Vorsay seine Augen und schläft ein.
Karel hält, trotz enormer Müdigkeit, weiter ihre Augen offen. Anders als bei Vorsay, würde es jeder Fremde bereuen, sich Karel, aus dem Nebel offenbart. Allerdings wird Karels Pflichtbewußtsein hart auf die Probe gestellt, weil sie, nach einer Stunde, dermaßen müde ist, dass sie immer wieder leicht wegknickt. Doch sie will ihren Posten nicht abgeben. An wen denn überhaupt? Takex, der 93 Jahre alte Drache? Vorsay, ihr eigener König??? An Reykahn verschwendet sie sowieso keinen Gedanken. Nein, sie bleibt hart und versucht sich auch weiterhin wachzuhalten. Doch nach nur zehn Minuten besiegt der Schlaf die mächtige Trielm-Drächin.

4.5 Irrsinn oder Lösung?

Am nächsten Morgen. Langsam öffnet Reykahn seine Augen. Das Sonnenlicht blendet den kleinen Drachen. Als er seine Umgebung realisiert, erkennt er, dass er auf einer Lichtung liegt, inmitten einer schönen Blumenwiese. Wo war er? Als sich Reykahn umsieht, entdeckt er seinen Großvater, Vorsay und Karel. Sie schlafen noch alle.
Noch während sich der kleine Drache über diese Veränderung wundert, erwachen die anderen Drei, fast zur gleichen Zeit. Wo waren sie und was war passiert? Takex fragt sich leise: "Wo sind wir?"
Vorsay antwortet: "Ich vermute immer noch in dem Geisterwald, aber er ist jetzt so 'anders'!"
Karel bestätigt dies mit einem verwunderten: "Allerdings...!", und schaut sich verwundert um.
Der Nebel ist fort. Die Sonne scheint hell und warm. Man kann weit in den umliegenden Wald sehen. Eine leichte Brise durchstreift das Gras und die Bäume. Es scheint alles normal. Man hört Vogelgezwitscher. All diese Faktoren sind schon wieder unheimlich. Karel spricht zu ihrer Gruppe: "Haltet mich jetzt nicht für verrückt, aber ich vertraue diesem 'Frohsinn' nicht. Hier ist was faul!"
Takex meint dazu: "Genau! Ich habe das Gefühl..."
Er schluckt einmal, dann spricht er weiter: "...dass...wir tot sind!"

Es mischt sich eine sanfte Stimme ein: "Da irrt Ihr euch, mein Freund! Ihr Vier seid bei bester Gesundheit...!"
Sofort schauen sich die Vier zu dem Sprecher um. Ein alter Mann mit weissem Bart steht vor ihnen. Er hat eine einfache Lederkluft. In der rechten Hand hält er einen langen Holzstab, womöglich als Gehhilfe. Vorsay tritt vor seine drei Gefährten(innen) spricht ernst: "Wer seid Ihr?"
Der Alte antwortet: "Mein Name ist schon lange vergessen, aber er lautet Felei."
Takex springt auf und ruft, mit zittriger Stimme: "Fe...Felei? Er lebt noch? Nach all diesen Jahren?"
Felei fährt fort, immer noch ruhig: "So ist es! Was führt euch an diesen verbotenen Ort?"
Der alte Mann schaut Vorsay prüfend an und setzt erstaunt fort: "Oh! Ihr seid doch Vorsay, Nachfahre von König Garok und Prinz der Drachen."
Vorsay antwortet: "Nicht ganz! Mein Vater starb vor knapp sieben Jahren. Ich bin der letzte König der Drachen."
Der Alte entgegnet, während er sich verneigt: "Es ist mir eine Ehre Euch kennenzulernen!"
Karel spricht leise aber erleichtert: "Dann sind wir endlich am Ziel! War das eine Tortur!"
Sie atmet einmal tief durch. Felei fragt Vorsay währenddessen: "Warum beehrt Ihr mich mit eurem Besuch?"
Vorsay antwortet zu dem Einsiedler: "Nun, ich hörte, dass Ihr einiges über unsere Art und den Krieg von vor 50 Jahren wisst. Ich erhoffe mir Klarheit, durch eure Weisheit."
Felei spricht zu Vorsay: "Es geschah viel Böses. Die Menschheit ist gespalten und Eure Art am Ende. Ich wollte helfen, aber ich kam zu spät. Ich befürchte, dass es bereits zu spät ist..."
Vorsay erwidert entschlossen: "So schnell gebe ich nicht auf! Beantwortet mir meine Fragen und ich werde versuchen dagegen etwas zu unternehmen! Notfalls mit Gewalt!"
Felei lächelt und antwortet: "Eure Entschlossenehit habt Ihr von eurem Vater. Auch er löste seine Probleme mit dieser Gabe. Aber Entschlossenheit reicht nicht, um einen Menschen von seiner falschen Überzeugung abzubringen und zurück ins Licht zu fürhen. Euer Vater bezahlte dafür den höchsten Preis."
Vorsay wird sauer und ruft: "Genug! Ich dulde es nicht, dass Ihr weiterhin so abfallend über meinen Vater sprecht!"
Felei antwortet: "Vergebt mir, Herr, aber so trug es sich nunmal zu. Die Gier wuchs, und der Zorn mit ihm. Und Menschen werden unter diesen Einflüssen zu den bösartigsten Kreaturen von Zerran. Stärker noch als Ihr. Lord Farek ist ein gutes Beispiel dafür."
Reykahn, der im Hintergrund steht, fragt den Mann: "Wer ist dieser Mensch eigentlich?"
Felei antwortet: "Einst war er ein gutherziger Lord eines kleinen Reiches, bis ihm die dunklen Mächte eines Drachens zuteil wurde. Er nutzte diese Macht, um sein Land seinem Ideal aufzuzwingen. Bald erreichte er die Grenzen und musste nach größerer Macht streben. In ihm wurde die Gier stark. So stark, dass er seine Seele verlor."
Vorsay möchte das Gespräch nun doch wieder auf das bringen, weswegen sie hier sind. Der Drachenkönig spricht zu Felei: "Ich möchte aber jetzt zu den wichtigeren Dingen kommen..."
Vorsay berichtet Felei von dessen Erkenntnissen und Fragen, die er aus den Büchern von Defan herausgefunden hat. Felei hat sich auf einen nahen Baumstumpf niedergelassen und hört geduldig zu. Die anderen Drei bleiben gespannt im Hintergrund. Zum Abschluss spricht Felei nur: "Die fünf Relikte von Zerran... Sie werden erneut gesucht..."
Vorsay fragt verwirrt zurück: "Was?"
Felei spricht zu Vorsay: "Folgt mir! Ich möchte Euch etwas zeigen..."
Der Alte steht ohne weitere Worte auf und geht langsam den hellen Pfad entlang. Nach einer Kurve kommt eine kleine Hütte zum Vorschein. Feleis Haus. Felei verschwindet im Haus. Vorsay bleibt draussen und die anderen warten auch hinter ihm. Kurz darauf tritt er Mann wieder aus dem Haus und hat eine Schriftrolle in der Hand. Anders als die von Vorsay, scheint die nicht so alt zu sein. Felei überreicht sie Vorsay. Am unteren Ende scheint sie abgerissen zu sein. Der Königsdrache nimmt sie mit einem fragenden Blick in seine linke Vorderklaue. Neugierig liest er folgendes:

"In einer Zeit, als Dunkelheit herrschte und Unfrieden die Seelen verschlang,
entstand neue Macht um den Frieden zu sichern...
Zwei reine Seelen wurden von dieser Macht erwählt Zerran zu retten.
Sie vereinten die fünf Mächte unserer Welt und standen unter dem Schutz des Lichts.
Es galt das Übel zu beseitigen um Leben zu wahren,
auf dass auch unser Leben erretet werde.
So ward es geschehen und geschrieben!"

Verwirrt setzt Vorsay ab und schaut Felei fragend an. Vorsay fragt den Eremit verwirrt: "W...was bedeutet das? Sowas ähnliches habe ich auch in den Büchern gelesen..."
Felei antwortet ratlos: "Es ist eine uralte Legende unserer Welt. Dies war nur ein kleiner Teil der Legende. Ich hütete diese Legende über die Jahre. Leider ist mir unbekannt, wie der Rest lautet. Verzeiht mir, mein König, aber mehr kann ich euch dazu nicht sagen."
Vorsay fragt weiter: "Aber was ist mit diesen fünf Relikten?"
Felei: "Es hat was mit diesen fünf Mächten zu tun. Aber was das alles wirklich bedeutet, weiß keiner. Allerdings, kann ich noch einen letzten Hinweis geben: Aus den Legenden geht hervor, dass man nie auf der Suche nach diesen fünf Relikten ist, sondern, wenn die Zeit gekommen ist, sie auf der Suche nach den Helden sind."
Karel spricht leise: "Der Typ ist doch verrückt!"
Vorsay überlegt kurz, dann fragt er Felei: "Hmmmm.... Wollt Ihr nicht mit uns kommen? Wir könnten Euren Rat gebrauchen!"
Felei antwortet: "Vegebt mir, aber leider ist mir das nicht möglich!"
Takex fragt verwundert den Mann: "Nein? Wieso nicht?"
Felei seufzt und erklärt: "Es ist eine traurige Geschichte, und ich würde mich freuen, wenn Ihr mir sie erspart."
Vorsay entgegnet verständnisvoll: "Selbstverständlich! Nur, wie kommen wir aus diesem unheimlichen Wald raus?"
Felei meint zu Vorsay: "Ihr könnt ihn nun einfach verlassen. Zoul wird Euch nun in Friede ziehen lassen... Lebt wohl!"
Damit geht der Alte in die Hütte. Reykahn fragt verwirrt seine Gruppe: "'Zoul'?"
Erneut eine Frage, aber unwichtig. Zumindest für Vorsay. Karel ist überzeugt, dass Felei nur ein Spinner ist und schüttelt leicht den Kopf. Für sie zählt nur, den üblen König Farek zu bezwingen. Mehr nicht. Das einzige, was ihrer Meinung nach die Drachen brauchen, ist gewaltige Stärke, was sie ja schon haben, und eine gute List.
Vorsay neigt auch zu dieser Denkweise. Aber was ist, wenn da wirklich etwas dran ist? Aber warum hatte ihm sein Vater nie davon erzählt? Takex grübelt über das ganze nach. Ziemlich schnell kommt er zum Schluss, dass Felei der Spinner ist, wie ihm immer berichtet wurde. Reykahn leistet sich keine Meinung, weil er die ganze Sache nicht verstanden hat. Vielmehr macht er sich Gedanken, wie ihn Minkate nun niedermachen wird, wenn er zurückkehrt.
 

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Es gibt auch eine Übersichtskarte der Inseln Nirad und Drakkon (neues Fenster)


Und schon geht es weiter zum 1. Teil des 5. Kapitels...

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