Sebrina A'Leve von Knuddeldrache
Kapitel 2: Unter Orks

Hier saßen sie fest und es schien kein Ausweg offen zu bleiben. Vor einer Stunde noch war alles soweit in Ordnung gewesen, es hatte zwar in Strömen geregnet, aber das tat es ja schon seit Tagen. 
Sie waren heute durch eine etwas breitere Talsohle der Schlucht gegangen und auf dem breiten Kiesbett gut voran gekommen. Höhere Schwemmgebiete waren mit Erlen und kleinen Weiden bewachsen und grasig oder bemoost. Vorhin, bevor die Katastrophe passierte, waren sie durch ein größeres solches Wäldchen gewandert, als plötzlich ein gewaltiges Donnern erklungen war, sie alle aufschreckten und den Hang hinauf starrten.
Eine gewaltige Mure schob sich den Abhang herab. Gelöst vom Regen trieb sie Geröll und geknickte Bäume vor sich her und donnerte talwärts. Die andere Talseite, an der dies passierte, war zu weit entfernt, um ihnen direkt gefährlich zu werden. Sie standen staunend und beängstigt herum und starrten den zu Tal gleitenden Schlamm- und Geröllmassen entgegen. Tosend glitten diese in das angeschwollene Wasser des Flusses und blockierten den Flusslauf. Die gewaltigen Wasser stauten sich in wenigen Sekunden und drückten an einer weiter herüben liegenden Stelle wieder hinter dem Schlammwall hervor. Mit Schrecken erkannten sie, dass die dicke braune Flutwelle direkt auf sie zu rollte. Zum Glück standen sie so hoch auf dem Kieshügel, dass das Wasser und der Schlamm um sie herum flossen. Von einer Minute zur anderen waren sie auf ihrem Hügel von reißendem Wasser eingeschlossen.
Noch war ihr Stück halbwegs trockenes Land relativ groß und sie hatten im Moment nichts zu befürchten, aber als die Wassermassen einen neuen Weg talwärts gefunden hatten, nagte die Wucht des reißenden Wassers unaufhaltsam an der Insel und würde sie in recht kurzer Zeit endgültig abgetragen haben.
Warn begann an der Ausrüstung herumzunesteln und brüllte über das Tosen des Wassers: "Schnell, sucht alle Schnüre, Seile und Riemen zusammn, die ihr irgendwie auftreiben könnt. Wir bindn das Treibholz und Bäume zusammn. Karim und Esmond, ihr fällt Bäume, soviel ihr könnt."
Warn löste alle Riemen von den Geschirren und Zaumzeugen der Tiere und knotete kürzere Stücke zusammen. Die Zwillinge und Sebrina trugen Äste und abgestorbenes Holz zusammen und schnürten sie zu Bündeln. Als Warn keine Stricke mehr auftreiben konnte, leerte er die Trinkwasserschläuche aus und blies sie voller Luft, dann band er sie zu und immer zwei zusammen. Er schnappte sich eines der Mädchen und schnallte ihr die Luftblasen um. Die leicht gebogenen Trinkstutzen unter den Achseln hindurch, dass die beiden Blasen vorne links und rechts herausragten und vor der Brust hingen. Er erklärte, dass sie so immer mit dem Kopf über Wasser sein würden. Die Anderen waren noch viel zu sehr mit der Mure beschäftigt gewesen und begriffen erst jetzt, dass ihnen wirklich nichts anderes übrig bleiben würde, als in die kalte, reißende Flut zu springen und zu hoffen irgendwo angeschwemmt zu werden. Sie hatten nur sechs Wasserschläuche, also nur drei improvisierte Schwimmflügel und die Männer mussten Sebrina fast zwingen sich den letzten anlegen zu lassen.
Karim und Esmond hatten mit Esmonds Kriegsaxt und dem kleinen Beil aus der Ausrüstung etliche Erlen und Weiden gefällt und notdürftig behauen. In aller Eile fertigten die Männer daraus eine art Floß. Es sah nicht sehr stabil aus und würde sie auch keinesfalls alle tragen. Die Männer zerrten es zu dem unteren Ende der Insel, hoben es vorsichtig die senkrechte Abbruchkante hinab und ließen es auf die kleine neue Kiesbank fallen, die sich hier gebildet hatte. Das Wasser nagte stetig weiter an der Insel und sie wurde zusehends kleiner. Die Frauen schleppten die gebündelten Äste und ließen sie am Ufer fallen. Die Zwillinge und Sebrina setzten sich auf das Floß und die Männer schoben sie in die Flut. Jeder der Männer hatte ein Bündel, um sich daran festzuklammern, falls er vom Floß abgedrängt werden sollte. Auch ihren Tieren hatten sie Astbündel an die Flanken geschnallt, wodurch sie mehr Auftrieb bekommen sollten. Warn trieb die beiden Ponys, das Maultier und seine Stute in die braune Flut und hechtete dann hinter dem Floß her, das die beiden anderen nicht mehr länger zu halten vermochten.
Sebrina hatte Warns Hündin an sich gepresst und bibberte vor Angst und Kälte. Den Zwillingen stand blankes Entsetzten im Gesicht, als sie von der harten Strömung erfasst und mitgerissen wurden. Karim und Esmond versuchten das Floß schwimmend zu bremsen und so schaffte es Warn schließlich sie zu erreichen und sich am Floß und an seinem Bündel festzukrallen, jetzt schon völlig außer Atem. Eine Weile versuchten die drei das Floß näher ans Ufer zu schieben, doch hatten sie nicht die geringste Chance gegen die gewaltige Strömung. Eine der großen Wellen reichte aus sie um mehrere Meter seitlich zu versetzen und sie schafften es kaum das Floß überhaupt merklich zu beeinflussen. Die Männer resignierten und ließen sich treiben in der Hoffnung irgendwo ans Ufer gespült zu werden.
Sebrina fiel plötzlich etwas ein, sie brüllte gegen das Wasser an: "Erinnert ihr euch an die Stromschnellen, an denen wir heute morgen vorbei gekommen sind?"
Den Gesichtern nach erinnerten sie sich alle daran. Sie waren nun längst aus dem Bereich der Mure heraus gefahren, aber auch im ‚normalen‘ Bachbett waren sie chancenlos. Die Zwillinge begannen zu kreischen und auch Sebrina sah die Schnellen vor ihnen. Die Männer konnten vom Wasser aus nichts erkennen, aber es hätte ohnehin nicht viel geändert. Riesige Wellen türmten sich vor ihnen auf und das kleine Floß wurde mit gewaltiger Kraft in die Brecher hineingezogen.
Im einen Moment waren sie ganz oben auf dem Kamm der Welle, dann knarrte das Floß gequält und schoss hinab in das tiefe Tal zwischen den Wellenkämmen, nur um sofort wieder empor gerissen zu werden und über den nächsten Wellenkamm hinweg zu springen und wiederum in das tiefe Tal zu stürzen, von wo aus sie nichts als die Wasserwände um sich sahen. Sie klammerten sich an den Ästen und Zweigen der grob behauenen Stämme fest und hofften.
Plötzlich, als sie wieder über den Rand einer hausgroßen Welle geschossen waren, tat sich vor ihnen ein gewaltiges Loch auf und das Wasser brach sich auf der gegenüber liegenden Seite in einer gewaltigen, alles verschlingenden Walze. Sie wurden hineingezogen und das Floß überschlug sich noch einige male, nachdem sie schon längst von ihm fort gerissen worden waren, bis es endlich völlig deformiert, aber noch zusammenhängend wieder herausgespien wurde.
Sebrina war sofort, als sie die Walze erreichten, vom Floß gefegt worden und hatte im wilden Auf- und Ab-Gewirbel in der Walze völlig die Orientierung verloren. Mehrmals war sie in der Walze in alle Richtungen herumgedreht worden. Der gewaltige Wassersog ließ sie einige Runden lang nicht los und sie wäre beinahe ertrunken. Aber auch als sie schließlich japsend ausgespuckt worden war, wurde es nicht besser. Sie war ständig unter Wasser und tauchte trotz der beiden Luftblasen kaum oft und lange genug auf, um Luft zu schnappen. Sie bemühte sich immer wieder einen der mit ihr treibenden entwurzelten Bäume zu ergreifen, doch wurde sie immer wieder von diesen fortgerissen und sie wurde durch die Anstrengung stetig schwächer. Doch selbst wenn sie sich gar nicht bewegte, schwanden ihre Kräfte immer mehr. Sie spürte, dass sie über kurz oder lang ertrinken musste.
Kraftlos trieb sie schließlich dahin als Spielball der Wellen und längst getrennt von den anderen, die sie seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen oder gehört zu haben schien. Ihr letzter Gedanke, bevor sie ohnmächtig wurde, war, Schade um meine Harfe, dann war es finster um sie.

Sebrina wusste, sie war in die finsteren Totenreiche eingegangen. In einem Paradies würde ihr Körper nicht so schmerzen. Sie konnte sich nicht bewegen, ihr Körper schien irgendwie eingeklemmt oder festgehalten. Die Schmerzen konnten nur die Qualen der Unterwelt sein, als Strafe für all die Diebereien und Gaunereien in ihrem Leben. Mühsam bekam sie ein Auge auf und sah verschwommene Schemen um sich. Sie konnte erst überhaupt nichts erkennen.
Jemand oder etwas grunzte und knurrte neben ihr. Als sich ihr Blick langsam und widerstrebend klärte, erschrak sie heftig. Es war kein Grunzen, es war Orkisch und der Sprecher war ein Ork. Sie bemühte sich aufzustehen, jedoch schien sie gefesselt und in ein Fell gewickelt zu sein. Der Ork drückte sie mit Gewalt nieder und presste seine Hand auf ihre Brust, dass sie sich nicht mehr rühren konnte. Panisch sah sie sich um und bemerkte entsetzt einen großen Körper, der an einem Spieß über dem Feuer briet... Konnte das... Aber nein, das wäre zu schrecklich. Als sie zur anderen Seite blickte, sah sie einen gewaltigen Kessel auf einem Feuer und über dem Rand des Kessels erkannte sie die Köpfe der Zwillinge. Sie starrte zu dem Ork auf und erkannte in ihm den jungen Jäger, den sie gerettet hatte, dann wurde ihr wieder schwarz vor Augen und sie sank tief in eine freundliche Ohnmacht.
Sie hatte wilde Alpträume, stürzte von Klippen und wurde gesotten und gefressen. Schließlich dämmerte sie wieder in den wachen Zustand hinüber. Erst langsam wurde ihr klar, dass sie nicht in der Unterwelt war, sondern, dass die Hütten und Leute um sie herum Bestandteil eines orkischen Dorfes waren. Jemand kühlte ihr mit einem feuchten Tuch die Stirn und sie fühlte sich fast noch elender als bei ihrem ersten Wachwerden. Als sie aufsah, erkannte sie wieder den kleinen Ork, der neben ihr saß und ihr kalte Wickel machte und die Stirn abtupfte.
Sie zitterte am ganzen Körper und fühlte sich heiß und kalt zugleich. Plötzlich hörte sie zwei Stimmen, die sie verstehen konnte, die eine war tief mit starkem Orkischem Akzent, die andere war die von Warn, leise und erschöpft, aber am Leben. Sie versuchte sich aufzurichten, aber der Ork drückte sie sanft wieder zurück und lächelte sie an, was mit seinem beeindruckenden Gebiss eher zum Fürchten aussah.
 

Zwei Tage später dann saßen Warn, Esmond und Karim am Feuer, neben dem Sebrina von den Orks gebettet worden war. Sie hatte inzwischen eine heftige Erkältung, war aber ihr starkes Fieber los und sie hatte sich gelangweilt, deshalb waren die Männer zu ihr gekommen. Sebrina wollte genau wissen, was geschehen war, sie hatte den dreien ihre Eindrücke während ihrer ersten, kurzen Wachphasen geschildert und wollte nun wissen, was sich zugetragen hatte. Die Männer sahen sich kurz an, dann begann Karim zu erzählen.
"Ich hatte mich am Floß festgeklammert und hielt mich an den Riemen des langen Seiles fest, das wir dabei hatten. In der fürchterlichen Welle dann hab ich mich krampfhaft festgehalten und wurde schließlich mit dem Seil, das sich komplett gelöst hatte, in Händen wieder ausgespuckt. Ich konnte noch soweit denken, dass ich es irgendwie zusammengewurstelt und mir umgehängt habe, dann hab ich mich an den vorbeitreibenden Stämmen gehalten. Immer wenn ich oben auf einer Welle war, sah ich Warn wie er gegen die Strömung ankämpfte und dann endlich ein ganzes Stück vor mir einen Stein erreichte. Ich brüllte und er reagierte tatsächlich. Ich riß mir das Seil vom Leib und warf es ihm zu. Tatsächlich gelang es mir irgendwie vom Wasser aus auch zu treffen, gut, es war ja auch nicht weit. Er stemmte sich mit aller Kraft gegen die Strömung, die mich mit sich riss. Warn schaffte es mich herauszuholen,  griff sich mein Seil und rief, ich solle ihm folgen, sobald ich wieder bei Atem wäre, danach rannte er davon. Ich brauchte eine Weile, bis ich wieder gerade stehen konnte, dann machte ich mich auf, Warn zu folgen."
Warn unterbrach hier Karims Geschichte und erzählte weiter. "Ich hatt ihn herausgezogn und hab Herina gepriesn, und Karim auch für das Seil. Irgendwie schien meine Kraft noch nich verlorn zu sein und ich rannte am Ufer entlang, um euch andre zu suchn. Esmond fand ich, er saß auf nem festgekeilten Stamm inmitten vom Fluss und er hat keine Möglichkeit gehabt dort runterzukommen. Ich hab sieben Würfe gebraucht, bis das Seilende, das grade so hinüber reichte, endlich in seinen Händen war. Um es sich um den Körper zu schlingen, war‘s zu kurz. Er hat’s sich um die Hände gewunden und sich in die reißende Flut gestürzt. Mich hat's ein Stück den Bach runter gezogen, bis ich mich hinter nen Stein am Ufer gehechtet und das Seil drum herum geschlungen hab. Die Strömung selbst trieb ihn am Seil hängend ans Ufer. Ich half ihm noch raus und rief ihm dasselbe zu wie Karim, dann bin ich weiter gerannt."
Hier übernahm wieder Karim das Erzählen. "Ich war jetzt wieder bei Warn und wir stützten uns gemeinsam über die hohen Felsblöcke hinweg. An einer Biegung des Flusses standen auf einer Sandbank Orks und schienen etwas zu betrachten. Warn duckte sich hinter einen Felsen und riss mich mit sich herunter. Plötzlich fühlte ich etwas spitzes im Rücken. Zwei Orks mit Speeren standen hinter uns und stießen uns mit den Waffen auf die Kiesbank. Dort herrschte Gemurmel, nur zwei Stimmen schienen laut zu diskutieren. Ein alter Ork mit seltsamem Schmuck stand neben einem gestrandeten Körper und der andere Sprecher kniete neben diesem und redete auf den alten ein. Ich erkannte den jungen Ork, den wir gefangen hatten. Der Körper warst du, Sebrina. Ausgerechnet die Orks hatten dich gefunden und uns aufgegriffen. Der alte Ork starrte uns an, dann sprach er in erstaunlich gutem Gruna zu uns. Er wollte wissen, ob wir seinen Enkel, den kleinen Ork, gefangen und mit uns mitgeführt hätten. Ich war einfach zu erschrocken und so erzählte Warn alles wie es sich zugetragen hatte. Er sah uns nachdenklich an und dann wieder seinen Enkel. Dann sprach er zu Warn." Hier verstellte Karim die Stimme:
"Du erzählen genau so wie mein Enkel erzählt hat. Du sein ehrlicher Mann. Also diese Frau gerettet meinen Enkel und ihn behandelt wie Mann? Dann wir auch sie und euch behandeln gut, wir nicht nehmen euch gefangen, ihr sollen sein unsere Gäste. Du mir jetzt sagen, was sein passiert, dass sie liegen hier so?"
Mit seiner normalen Stimme fuhr Karim fort: "Ich erzählte rasch, was geschehen war, und er nickte und entschied, dass seine Krieger nach den Schwestern suchen sollten und wir selbst nach Esmond, da sie befürchteten, er könnte sie angreifen. So wurde es gemacht und wir fanden ihn dann mit gebrochenem Bein am Ufer. Die Orks haben ihn dann abtransportiert. Die Zwillinge jedoch blieben lange verschwunden, erst spät entdeckten die Orks sie an der anderen Seite des Flusses. Baja hatte sie am Kragen ans Ufer gezerrt, saß neben ihnen und verteidigte sie. Warn musste mit einem Kanu der Orks über den Fluss gebracht werden, um sie zu beruhigen.
Was du dann gesehen hast, als du endlich das erste mal erwacht bist, war ein großer Badezuber unter dem ein Feuer gemacht worden war, um ihn schneller warm zu bekommen, dort drin wurden die unterkühlten Mädchen wieder aufgewärmt. Sie hatten das ganze am besten überstanden, weil sie so leicht waren und ihre Wasserschläuche im Gegensatz zu deinen heil geblieben sind. Deshalb wurden sie aber auch am weitesten abgetrieben. Die Tiere sind wahrscheinlich alle tot, die Ponys haben wir gefunden und die Orks ließen es sich nicht nehmen sie zu braten. Na, so sind sie wenigstens verwertet und sie waren gar nicht so schlecht, aber sag’s den Zwillingen nicht.
Jedenfalls hast du dir hier dicke Freunde gemacht, dadurch, dass du so freundlich zu einem Schamanenenkel warst, der gerade auf seiner Mannesprüfung gewesen ist, als wir ihn gefangen nahmen."
Seba brauchte etwas, um alles zu begreifen, dann meinte sie: "Der Junne, den wir aufgenesen haben, ist der Enkl vom Schaman'n... Na so was. Da hab ich ja ne ganze Menne versnafen." Sie schniefte ihre volle Nase und nieste laut. "Mistige Erkäntung noch mal!"
Warn lächelte, als er sagte: "Sei mal froh, dass de nur ne Erkältung hast. Esmond hier," er deutete auf den alten Priester, "er hat sich beim über die Steine hüpfen das Bein gebrochn. Jetzt werden wir die Gastfreundschaft der Orks länger missbrauchn müssen als uns lieb is."
Sebrina sah zu Esmond der zerknirscht zu Boden starrte.
Sie lächelte und ihre Stimme klang recht schräg, als sie durch die verstopfte Nase sagte: "Mach dir nichts draus Esmond, is doch ganz gut, dass wir ne Weine festsitzen. Wir werden uns erhonen und ich kann was über die Orken nernen. Vienneicht bringt mir ja jemand auch ein wenig der Sprache bei."
Karim lachte und sagte vergnügt: "Na, den kleinen Ork musst du nicht lange bitten, er hat die ganzen Tage, in denen du gefiebert hast, bei dir gewacht und nur kurze Zeiten geschlafen. Sein Opa war schwer beeindruckt und hat dir alle seine Fähigkeiten zur Verfügung gestellt. Ich hab nie viel von so Hokuspokus gehalten, aber bei ihm scheint was dran zu sein."
Sie schwiegen eine Weile und jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Dann fragte schließlich Sebrina: "Was meint ihr, ist unsere Suche hier vorbei, sonnten wir aufgeben? Ich fürchte, wir finden dieses enende Schnoss nie, fanns es überhaupt existieren sonnte. Wir werden uns sebst vorher ins Verderben stürzen."
Warn grinste: "Was ich dir noch gar nicht gesagt hab, ich hab mit dem Schamanen geplaudert und er hat mir viel von den Nurnaun erzählt. Die Sippe dieses Stammes ist sehr umfangreich und lebt in vielen Tälern der Irrgärtn der Nurn. Ich hab in der Zwischnzeit mit seiner Hilfe ne ganz gute Karte von nem großen Teil der Auen. Außerdem hat er mir von nem Schloss erzählt, das mittn in den Auen liegt, mittn in nem Hochtal, ner weiten Hochfläche, die von hohen Berggipfln umgebn is. Ich hab ihn gefragt, ob er schon mal da war und er hat gemeint, sein Sohn sei vor nem Jahr dort hin gewandert, um der Fürstin, der Lady, wie sie genannt wird, seine Aufwartung zu machen... grins nich, die Orks hier sind sehr kultiviert. Jedenfalls war der dort und hat das Schloss gesehen. Die Lady hat er nich angetroffen, aber das Schloss sei auch noch immer nich ganz fertig gewesen. Es sieht wohl aus wie’n Berg und steht mitten im Tale auf nem Felsen am Ufer der Fälle von nem Nebenfluss der Nurn. Es is wohl riesig und unglaublich, aber die Orks hier habn ja auch noch keine großen Gebäude gesehn. Jedenfalls, ob du’s glaubst oder nich, ich hab die genaue Wegbeschreibung und der Sohn will zusammen mit unserem Schamanenenkl, der gleichzeitig sein Sohn is, mit uns kommn und uns den Weg sogar zeign. Na, was sagst du?"
Sebrina sank zurück und strahlte über das ganze Gesicht. "Ich gnaub’s einfach nicht, wir kommen tatsächnich noch dort hin? Ich gnaub’s nich, einfach nicht..."
 

© Knuddeldrache
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